Tammo Lenger
Geboren: 28.12.1974 in Leer
Wohnort: Westoverledingen, Ortsteil Flachsmeer
Familienstand: Verwitwet, 1 Sohn (17 Jahre)
Beruflicher Hintergrund:
Politikwissenschaftler – tätig als Projektmanager an der Hochschule Emden/Leer

Motto: Gemeinsam stark!
Warum möchten Sie Bürgermeister von Westoverledingen werden und was treibt Sie an?
Mein Herz hängt an meiner Heimat und an der Kommunalpolitik. Ich habe mich (bis jetzt) 10 Jahre im Gemeinderat und fast 15 Jahre im Kreistag für Westoverledingen engagiert. Erreichte Meilensteine sind der Ausbau der Kinderkrippen (das ging schnell und erfolgreich), die Einrichtung des Bahnhaltepunktes in Ihrhove (das war ein dickes Brett, ist aber jetzt nicht mehr aufzuhalten) und die Aufwertung der Busverbindungen von und nach Westoverledingen, um nur drei Beispiele zu nennen. Alle drei Projekte wurden anfangs belächelt und es wurden ihnen wenig Erfolgsaussichten beschieden. Aber es ist mir gelungen Mehrheiten zu organisieren und auch auf höheren Ebenen (beim Landkreis Leer und in Hannover) dafür zu sorgen, dass Widerstände überwunden wurden. Die dabei gemachten Erfahrungen und auch die entstandenen Kontakte möchte ich nutzen, um unsere schöne Gemeinde für die Zukunft noch besser aufzustellen.
Was sind Ihre wichtigsten politischen Schwerpunkte?
Der Gemeinde Westoverledingen geht es, auch im Vergleich zu anderen Gemeinden, ganz gut. Das liegt daran, dass wir in der Vergangenheit auf teure Prestigeobjekte verzichtet haben. So will ich es auch halten. Investitionen in unsere Schulen, Feuerwehren, Verkehrsinfrastruktur etc. werden mit Augenmaß und nach Dringlichkeit getätigt. Hier muss sich niemand Sorgen machen, das kriegen wir hin.
Was mir sehr am Herzen liegt, ist der gesellschaftliche Zusammenhalt. Wir brauchen mehr Möglichkeiten, um miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Dinge anzuschieben. Hier spielen selbstverständlich die Vereine und das Ehrenamt eine wichtige Rolle. Es gilt sowohl Vereinsamung als auch einem „Ich-Zuerst-Denken“ entgegenzuwirken. Hier möchte ich Angebote schaffen.
Ein weiterer Punkt ist die Steigerung der Energieeffizienz in der Gemeinde. Je besser wir hier miteinander werden, desto mehr Wertschöpfung findet in Westoverledingen statt. Hier können die Bürgerinnen und Bürger, die Betriebe und die Verwaltung noch ein großes Potenzial heben. Hierfür will ich eintreten.
Westoverledingen ist eine Pendlergemeinde. Die meisten Menschen gehen nicht in ihrem Dorf zur Schule oder zur Arbeit. Oftmals kaufen sie auch woanders ein. Deshalb ist die sichere und saubere Mobilität für Westoverledingen ein Dauerthema. Eine hervorragende Erreichbarkeit des Bahnhaltepunktes muss sichergestellt sein und ich werde dafür kämpfen, dass nicht nur die Züge von Leer nach Groningen, sondern auch die Züge von Emden nach Münster bei uns halten, genauso, wie das im Emsland der Fall ist.
Was wäre Ihr erstes konkretes Projekt im Amt?
Die Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter stellt eine große Herausforderung für die Gemeinde dar. Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 sollen zunächst alle Schülerinnen und Schüler der ersten Klassenstufe einen Anspruch auf einen Ganztagsplatz haben. Dieser Anspruch wird in den nachfolgenden Jahren um jeweils eine Klassenstufe ausgeweitet. Dieses Aufwachsen muss vernünftig gestaltet werden. Wo es möglich ist, möchte ich Vereine, Schulen, aber auch die Feuerwehren zusammenbringen, um gemeinsame Formate auszubauen. Das Ziel ist einerseits verlässliche Angebote zu schaffen und andererseits die Kinder- und Jugendabteilungen unserer Vereine zu stärken. Das hört sich nicht spektakulär an, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Hier geht es um unsere Kinder und deshalb ist dies mein erstes Projekt im neuen Amt
Wie soll sich Westoverledingen in den nächsten Jahren entwickeln?
Wir werden uns darum kümmern, dass man bei uns in Würde und gesund leben kann. Das heißt, die ärztliche Versorgung ist gesichert, die Fuß- und Radwege zur nächsten Apotheke, dem Supermarkt und zur Bushaltestelle sind in Schuss. Unsere Unternehmen können genügend qualifizierte Fachkräfte finden, die Eltern schicken ihre Kinder gerne in unsere Kindergärten und Schulen, unsere Jugendlichen haben ein gutes Angebot an Ausbildungs- und Freizeitmöglichkeiten und es gibt eine intakte Natur für alle. Künstliche Intelligenz, die Klimaveränderung und der demographische Wandel sind Herausforderungen, um die wir nicht herum kommen werden. Dem stellen wir uns und mein Ziel ist, dass wir in ein paar Jahren sagen können: „War nicht einfach – hat aber gut geklappt.“