Pressemitteilung Thema: Abriss und Verlegung der Reitsportanlage des RuF-Vereins Ihrhove

Pressemitteilung der Fraktion Grüne.WOL21 im Rat der Gemeinde Westoverledingen zum Thema: Abriss und Verlegung der Reitsportanlage des RuF-Vereins Ihrhove

Abriss und Verlegung der Reitsportanlage des RuF – Vereins Ihrhove – Kein guter Plan für die Zukunft und alles andere als nachhaltig

Die Reitsportanlage des RuF-Vereins Ihrhove liegt am Rande der Ortsmitte von Ihrhove mit bester Anbindung an den Busverkehr, guter Erreichbarkeit aus allen Ortsteilen der Gemeinde und Lage an der B 70 optimal.

Sie besteht aus 2 Hallen, eine große Halle mit Turniermaß (ca. 40 x 70 m) inclusive Zuschauerraum / Tribüne und Stübchen mit Richterturm sowie 29 längs angrenzenden Boxen und Stallgasse.

Auf dem Dach der großen Halle befinden sich 2 PV-Anlagen, eine über ca. 30 kWp, die der WEW aufgrund ihres Installationszeitpunktes noch an die 30 ct / kWh einbringt. Für die 2. Anlage hat ein privater Investor das Dach gepachtet.

Damit verbunden eine kleinere Halle (ca. 18 x 30 m), die zum Longieren und Longen – Unterricht sowie bei Turnieren zum abreiten (besonders bei Kinderprüfungen) genutzt wird.

In der Außenanlage befinden sich neben Weideflächen ein Dressur- und ein Springplatz, eine Lagerhalle (z.B. für Heu), ein Holzhaus für alle Tätigkeiten rund um die Turnierorganisation und eine große betonierte Mistplatte.

Der Verein pachtet die Anlage von der Gemeinde als Eigentümerin, die sie zuvor vom Erbauer und Erstbesitzer übernommen hat.

Seit 2012 verzichtet die Gemeinde auf eine Pachtzahlung, als Gegenleistung übernimmt der Verein sämtliche Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten. (Lediglich die Grundsteuer sowie die Versicherung für Feuer und Sturm übernimmt die Kommune).

Mit den geringen Mitteln aus dem Reitbetrieb, Einnahmen aus Veranstaltungen und Spendenanwerbung sowie eigenem personellen Einsatz hat der Verein die Anlage bisher vortrefflich in Schuss gehalten.

Der Verein zählt z.Zt. 240 Mitglieder, 80 Kinder lernen wöchentlich auf 7 Schulpferden und Ponys bei 3 qualifizierten Trainer*innen das Reiten und den Umgang mit Pferden.

22 Boxen sind im Moment an private Einsteller vermietet.

All das soll dem Abrissbagger zum Opfer fallen, um eine über 10 Jahre alte Idee für ein neues Baugebiet zwischen Bahnlinie und B 70, also beiderseits der Großwolder Straße zu realisieren.

Wir halten das aus mehreren gravierenden Gründen für eine ganz schlechte Idee:

  1. Durch den Abriss der Anlage dieser Größenordnung wird jede Menge Graue Energie vergeudet (das ist die Energie, die bereits in den Gebäuden inclusive Material und Bereitstellung steckt) und bisher nicht kalkulierte Kosten für Abriss und Entsorgung generiert.
  2. Auf dem Dach liegen Eternitplatten, das Vorhandensein von Asbest konnte auf unsere Anfrage hin nicht verneint werden. Das würde zusätzlich enorme Kosten verursachen.
  3. Die Flächen, auf denen die Reitanlage steht, sind im Lärmaktionsplan rot und orange gekennzeichnet, d.h. aufgrund der Lärmbelastung für eine Wohnbebauung nicht empfehlenswert. Ein so erforderlicher und angedachter Lärmschutzwall zieht weitere Kosten nach sich.
  4. Die Demontage der PV-Anlagen bringt erhebliche Einbußen an Einspeisevergütungen und regenerativer Stromerzeugung mit sich. Eine Nachfolgemontage auf einem anderen Dach wird erstens nicht sofort nach Abriss erfolgen können und ist technisch nicht unbedingt gesichert möglich.
  5. Laut Auskunft verschiedener älterer Anwohner*innen liegt auch unter dem Gelände der Reitanlage eine alte Müllkippe der Ortschaft Ihrhove. Gesicherte Daten über Altlasten gibt es zumindest für die angrenzenden Flächen, deren Bodenproben bereits Belastungen ergeben haben. Das müsste für diese Fläche auf jeden Fall nochmal beprobt werden, was natürlich erst nach einem Abriss geht. Und dann ist es bei möglicherweise festgestellten Belastungen ggf. zu spät.
  6. Was sollen, all diese Faktoren eigerechnet, die Grundstücke denn dann realistischer Weise kosten?

Die Nachfrage nach Baugrundstücken sinkt seit geraumer Zeit und in den Nachbargemeinden können zahlreiche Grundstückle nicht mehr vermarktet werden.

Wir schlagen vor:

Für notwendige, überwiegend bezahlbare Wohnbebauung mit anderen zukunftsweisenden Konzepten wie sorgenden, generationenübergreifenden Quartieren, schlagen wir nach Ausschöpfung von Lückenbebauungen vor, erst mal kleinere Flächeneinheiten zu erschließen und in dem Zuge das Konzept „Jung kauft Alt“ intensiver zu bewerben.

Auch für die Verlagerung der Reitanlage inclusive Ferienhausbebauung sind von der Gemeinde neue Flächen angekauft worden. Warum soll das nicht genauso für eine zukünftige Wohnbebauung funktionieren?

Veraltete Beschlüsse müssten aufgehoben werden (was im Zuge der Suche nach einem neuen Standort sowieso schon mal passiert ist) und ein neuer Beschluss muss gefasst werden.

Wir sind dabei!