Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Kandidatinnen und Kandidaten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und einige Grün Bewegte wollen sich in der nächsten Wahlperiode in Westoverledingen einbringen. Hier stellen wir die Schwerpunkte unserer Arbeit vor:
Inhalt
Soziales Miteinander, Frauenrechte und gelebte Vielfalt
Westoverledingen wird eine nachhaltige Gemeinde
Für eine wirtschaftlich starke Gemeinde
Klimaschutz und Klimaanpassung
Soziales Miteinander, Frauenrechte und gelebte Vielfalt
Wir haben in den vergangenen Jahren erfahren, wie wichtig ein soziales Miteinander und gute Kontakte sind. Daher werden wir uns für soziale Projekte, Treffpunkte, inklusive Orte und Räume in der Gemeinde einsetzen. Niemand soll sich ausgegrenzt fühlen, wir möchten Teilhabe und ein Miteinander in Vielfalt ermöglichen und fördern sowie wirksame Strategien gegen Einsamkeit entwickeln.
Wir wollen die Rolle der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten bei der Öffentlichkeitsarbeit stärken. Zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt kann Aufklärungsarbeit und Bekanntmachung von Anlaufpunkten sehr helfen. Die Sicherheit im öffentlichen Raum wollen wir durch ausreichende Beleuchtung an Fuß- und Radwegen sowie durch Notrufknöpfe an Bushaltestellen verbessern.
Wir werden die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten flexibel gestalten und an die Bedürfnisse von Familien anpassen, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gelingt.
Die Spielplätze müssen für alle da sein und in einem guten Zustand. Unsere Kinder, egal, ob mit oder ohne besondere Bedarfe, sollen ohne Bedenken dort toben können. Mit ergänzenden Angeboten für Eltern und Senior*innen ebenso wie für Jugendliche und alleinstehende Menschen können Spielplätze so zu sozialen Treffpunkten werden. Zum Schutz vor Hitze und UV-Strahlung brauchen alle Spielplätze Baumschatten.
Die kulturelle Vielfalt und die Integration von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte werden wir fördern, weil wir sie als Bereicherung unserer Gesellschaft begreifen. Ehrenamtliche Initiativen mit solchen Zielsetzungen wollen wir unterstützen.
Das Schulmuseum in Folmhusen ist eine Perle in der kulturellen Landschaft unserer Gemeinde. Wir unterstützen die gemeinsame Leitung aller 3 Museen als ein Ensemble (Schulmuseum, Museumsbauernhaus und das Mühlenensemble Mitling-Mark), gestützt auf vereinsmäßige, ehrenamtliche Mitarbeit an allen 3 Standorten.
Wir wünschen uns eine weitere Entwicklung der freien Kunst- und Kulturszene und wollen durch einen Kulturideentisch einen Anstoß geben.
Vereine sind eine tragende Säule für das soziale Miteinander. Dafür verdienen sie nicht nur Anerkennung, sondern auch Unterstützung. Wir werden die Ausbildung von Jugendleiter*innen und Trainer*innen weiter ausbauen.
Demokratie und Mitbestimmung
Wir werden die Jugendarbeit stärken und daher die Einrichtung eines Jugendparlaments in die Wege leiten. Damit machen wir den Menschen, die in Zukunft die Geschicke unserer Gemeinde gestalten, ein Angebot: selbst gewählt, können junge Menschen dann eigenverantwortlich ihre Belange in einem bestimmten Rahmen beschließen und umsetzen. Darüber hinaus wird das Jugendparlament Mitglieder in die öffentlichen Ausschüsse des Rates entsenden. Das Jugendparlament bzw. ihre Vertreter*innen erhalten Antrags- und Rederecht.
Für alle Bürger*innen sollten die öffentlichen Ausschüsse und die Ratssitzung per Streaming verfolgt werden können. Damit wird Kommunalpolitik transparent, Vertrauen aufgebaut und der Einsatz der ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder gewürdigt. Wenn immer möglich, wollen wir uns für Öffentlichkeitsbeteiligung an kommunalen Projekten einsetzen.
Die Ortsräte sind wichtig für die demokratische Meinungsbildung vor Ort – wir möchten, dass sie über die Meinungsbildung hinaus antragsberechtig sind. Diese Möglichkeit ist nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz gegeben.
Westoverledingen wird eine nachhaltige Gemeinde
Wir sind unserem Ziel, die Nachhaltigkeit in der Gemeinde zu stärken, nähergekommen und haben auf die Ausstattung einiger kommunalen Liegenschaften mit Photovoltaik erfolgreich hingewirkt. Diesen Weg wollen wir konsequent weiterverfolgen.
Bei den vielen Sportvereinen in der Gemeinde liegt großes Potential zur Verbesserung der Nachhaltigkeit – wir möchten mit einem Bonus-System die Vereine motivieren, Energie einzusparen und die Plätze/Gebäude ökologischer zu pflegen. Wir werden Kleiderbörsen zum Tausch und Verkauf von gut erhaltener Sportkleidung unterstützen. Damit tragen wir zur Schonung von Ressourcen und zur Vermeidung von Müll bei.
Sanierung vor Neubau: im Straßenbau ziehen wir die regelmäßige Instandhaltung der vorhandenen Straßen vor. Die Straßenausbaubeiträge wollen wir abschaffen.
Wohnungsbau
Westoverledingen kann sich nicht nur im Grundzentrum Ihrhove entwickeln. Wir brauchen die gleichen Möglichkeiten in Flachsmeer und Völlenerfehn. Wir benötigen auch in Zukunft mehr Wohnraum – vor allem bezahlbaren. Viele alte Häuser stehen leer. Im Rahmen der innerörtlichen Verdichtung muss dieses Potential ausgeschöpft werden.
Wir brauchen generationsübergreifende, sorgende, klimaneutrale Wohnquartiere und unterstützen entsprechende Initiativen sowie Konzepte wie „jung-kauft-alt“. Die Sanierung von Altbauten ziehen wir dem Neubau vor und möchten auch damit die Flächenversiegelung stoppen. Die Kommune soll selbst als gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen und die Nutzung regenerativer Energiequellen vorangehen. Wir fordern den transparenten Einsatz der gemeindeeigenen Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaft (WEW) für bezahlbaren Wohnraum – die Verdichtung der Ortschaften ziehen wir der Zersiedlung unserer Landschaft klar vor. Wir stehen für eine nachhaltige Nutzung des zur Verfügung stehenden Wohnraumes und der Flächen in den Ortskernen sowie für die Entwicklung von alternativen Wohnkonzepten.
Dazu gehört auch, dass die Reitanlage in Ihrhove an ihrem Standort verbleibt. Sie liegt dort zentral in der Gemeinde, ist bestens angebunden und auch für auswärtige Gäste eine attraktive Sportanlage.
Kindliche Bildung
Kindertagesstätten und Krippen
Eine verlässliche Kinderbetreuung ist das Fundament für eine solide frühkindliche Bildung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir setzen uns ein für flexible Betreuungszeiten, die auch Schichtarbeitenden, Pendler*innen und Alleinerziehenden gerecht werden. Das bedeutet Ausbau der Randzeitenbetreuung und weniger Schließtage. Wir wollen bei sinkenden Kinderzahlen möglichst das Fachpersonal behalten, auf kleinere Gruppen, mehr Qualität und Inklusionsangebote setzen. Wir sind offen für alternative Konzepte wie Wald- oder Bauernhofkindergärten.
Grundschulen
Wir werden für die Erhaltung aller bestehenden Schulen im Gemeindegebiet einstehen und die naturnahe Gestaltung der schulischen Außenanlagen unterstützen.
Besonders die Schwimmausbildung soll von uns gefördert werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sport- und Schwimmunterricht für alle Schüler*innen der Grundschulen ganzjährig möglich ist.
Vom kommenden Schuljahr an gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsschulbetreuung und wir begreifen dies als Chance: wir werden für inhaltlich wertvolle Angebote eintreten, z.B. in Kooperation mit den ortsansässigen Vereinen und Feuerwehren. Pädagogische Unterstützung bei den Hausaufgaben soll auch Bestandteil des Angebotes sein, damit die Zeit nach der Ganztagsschule wieder echte Familien- und Freizeit für die Kinder ist.
Das Schulessen sollte regional, saisonal und erschwinglich sein.
Wir setzen uns weiterhin für sichere Schulwege ein durch Tempo-30-Abschnitte oder temporäre Sperrungen zu den Hol- und Bringezeiten im Sinne einer Schulstrasse. Das eröffnet den Kindern mehr Möglichkeiten aktiv, selbstständig und gemeinsam mit Freunden zur Schule zu gehen oder zu radeln. Wir werden für ausreichend überdachte und sichere Fahrradabstellplätze an den Schulen sorgen. Für Kinder, die auf den Bus angewiesen sind, müssen die Busverbindungen an die neuen Schulzeiten angepasst werden.
Eine Grundschule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern kann auch ein sozialer Ankerpunkt sein, der junge Familien anzieht und die „Dorfgemeinschaft“ lebendig hält. Wir möchten die Nutzung von Schulräumlichkeiten für die ortsansässige Gemeinschaft unterstützen.
Erneuerbare Energien nutzen
Wir möchten darauf hinwirken, dass alle Potentiale zur Herstellung erneuerbarer Energie in der Gemeinde erfasst und unter Berücksichtigung des Naturschutzes genutzt werden. Öffentliche Gebäude in der Kommune werden ökologisch geplant. Neubauten sollen immer mit Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen-Heizungen ausgestattet, bestehende Heizanlagen sukzessive auf Wärmepumpen umgerüstet werden.
Die gemeindeeigene Kläranlage ist der größte Energieverbraucher im kommunalen Haushalt. Wir möchten erreichen, dass die durch die Klärungsprozesse entstehende Energie gewonnen und für den Betrieb der Kläranlage genutzt wird. Dafür wollen wir einen Faulturm errichten. Zwecks Eigennutzung soll durch ein neues Windrad und den Ausbau von Photovoltaik auf dem Gelände so viel Strom wie möglich erzeugt werden. Damit können wir die Abwassergebühren niedrig halten und CO2 vermeiden.
Energieintensive Betriebe sollen auf der Suche nach regenerativen Energiequellen unterstützt werden.
Die Beteiligung aller Bürger*innen an den Gewinnen der Windenergie und Flächen-Photovoltaik z.B. über die gemeindeeigene Gesellschaft zur Erzeugung Erneuerbarer Energie (GEEW) ist uns wichtig.
Mobilität/ÖPNV
Der Bahnhaltepunkt ist ein echter Gewinn für die Mobilität in Westoverledingen und muss mit allen anderen Mobilitätsangeboten der Gemeinde vernetzt werden. Die Konzepte für die Verknüpfung von Fuß-, Rad- und Autoverkehr, wie auch die Ausrichtung des ÖPNV auf den Bahnhaltepunkt Ihrhove müssen rechtzeitig angegangen werden. Wir möchten einen starken elektrifizierten ÖPNV, der die Ortschaften in Westoverledingen in engmaschiger Taktung verbindet – die Digitalisierung der Bushaltestellen fördert die Akzeptanz des Angebotes. Wir wollen Rufbusangebote entwickeln bzw. ausbauen, um mobilitäteingeschränkten Menschen mehr Teilhabe zu ermöglichen und unseren Jugendlichen ein sicheres Angebot auch zu Zeiten außerhalb des normalen ÖPNV zu machen. Die Radvorrang-Route, bisher fertiggestellt von Leer nach Ihrhove, soll zügig nach Papenburg vollendet werden. Wir unterstützen den Bau einer Fahrradbrücke über die Leda, damit wird der Anschluss der bisher schon fertiggestellten Radvorrangstrecke von Ihrhove nach Leer deutlich aufgewertet und attraktiver. Das beauftragte Mobilitätskonzept und die Vorschläge aus dem Fußverkehrs-Check müssen planmäßig umgesetzt werden. Die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf E-Mobilität soll zügig vorangetrieben werden.
Feuerwehr
Die Sicherheit der Bürger*innen liegt uns sehr am Herzen. Wir müssen die Feuerwehren der Gemeinde weiterhin gut ausstatten mit Schutzkleidung, Geräten, Fahrzeugen und Gebäuden – auch mit Blick auf die Folgen des Klimawandels in unserer Gemeinde. Wir halten die freiwillige Zusammenlegung der Ortswehren mit Augenmaß für sinnvoll und stehen gleichzeitig ausdrücklich ein für den Erhalt der Personalstärke zur Sicherung der Einsatzbereitschaft. Hier leisten die Jugend- und Kinderfeuerwehren als Nachwuchsförderung einen wichtigen Beitrag.
Medizinische Versorgung
Die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten in der Gemeinde wollen wir durch finanzielle Zuschüsse wie bisher attraktiv gestalten. Die Kommune soll über ihre Wirtschaftsförderungsstelle proaktiv bei den Abiturient*innen (Leer, Papenburg und Rhauderfehn) für die gesonderte Landarztquote an Studienplätzen in der Humanmedizin an den Hochschulen Hannover, Göttingen und Oldenburg werben. So können wir auch in Zukunft dazu beitragen, die ärztliche Versorgung in der Gemeinde zu sichern. Die Ausbildungsmöglichkeit zur/zum Physician Assistant hier vor Ort wollen wir bekannter machen.
Für eine wirtschaftlich starke Gemeinde
Wir möchten die Wirtschaftsförderung der Kommune dazu nutzen, die Weiterentwicklung vorhandener Betriebe in Handwerk, produzierendem Gewerbe und auch Landwirtschaft im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zu unterstützen. Wir werden den Zugang von Betrieben zu vor Ort erzeugter regenerativer Energie vorantreiben. Das behält Wertschöpfung in der Gemeinde und stärkt die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Die Wirtschaftsförderung soll Neuansiedlungen fördern und so neue, zukunftssichere und wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen.
Wir wollen ein besonderes Augenmerk auf Betriebe richten, die zukunftsweisende Technologien bearbeiten und nutzen und somit eine wertvolle Unterstützung zur Erreichung unserer Klimaziele darstellen.
Ökologisch und naturnah gestaltete Gewerbegebiete werten unsere Gemeinde auf.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die durch Ratsbeschluss im Klimaschutzgesetz verankerten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Dafür soll eine Roadmap erstellt werden. Wir werden ein Klimaanpassungsmanagement in der Gemeinde einrichten. Dafür sollen Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. In diesem Rahmen brauchen wir kommunale Konzepte zur Bewältigung von Extremwetterereignissen wie Starkregen, Stürmen und Hitzewellen. Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, besonders dem Gesundheitsamt, einen kommunalen Hitzeaktionsplan auf den Weg bringen. Wir wollen öffentlich zugängliche kühlende Räume schaffen. Kommunale Gebäude sollen z.B. durch Fassadenbegrünung gekühlt werden. Wir werden die Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung vorantreiben.
Biodiversität
Wir brauchen naturnahe Flächen. Gesunde Moore sind wichtige CO2-Speicher und sichern Lebensräume für viele heimische Tier- und Pflanzenarten in unserer Landschaft. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Wiedervernässung und Renaturierung von Moorflächen im Einklang mit der Landwirtschaft weiterverfolgt wird. Um dafür passende Flächen zu erwerben, braucht die Gemeinde entsprechende finanzielle Mittel. Auch für die Attraktivität eines sanften (Fahrrad-)Tourismus sind solche Bereiche ein Gewinn. Mit Informationsmaterial vor Ort und auf der Homepage wecken wir das Verständnis für solche Projekte und fördern deren Wertschätzung. Baumschutz ist uns ein wichtiges Anliegen. Im Einklang mit der vorhandenen Baumschutzsatzung wollen wir den Baumbestand in Westoverledingen im Innen- und Außenbereich erhalten und weiterentwickeln.
Westoverledingen wird Vorreiter für die Stärkung der Artenvielfalt und den Schutz unserer Naturlandschaft.